Über: Geh Wicht ich?


Dieser Artikel ist kein Bauchpinselartikel. Er bringt die Fakten über das Thema Übergewicht auf den Punkt und räumt mit den häufigsten Irrwegen, Irrtümern und Abzock-Angeboten auf. Damit du, wenn du übergewichtig bist, deinen persönlichen Weg für den Umgang damit findest und dir Irrwege ersparen kann. Er beschönigt nichts. Und er preist dir keine Allheilmittel an. Die gibt es nämlich nicht.

Ach ja, und eines Vorweg … wir kommen noch im Detail darauf:
Übergewicht ist das falsche Wort.

Ich erspare dir hier unnütze Statistiken über Risikofaktoren, Todesursachen und ähnliches. Statistiken stimmen für viele. Du bist nicht viele. Du bist einzigartig.

Dieser Artikel beschäftigt sich damit, dir das Wissen zu vermitteln, wie du … auf deine Weise deinen Weg gehen kannst … um ein mehr an Lebensqualität und Lebensquantität zu bekommen.

Folgende Punkte werden beleuchtet:

  1. Diagnostik: hier kannst du feststellen, ob dieser Artikel überhaupt für dich ist
  2. Ausreden
  3. Einflussfaktoren
  4. Ursachen
  5. Angebote und deren Sinn und Unsinn
  6. der Weg aus dem Teufelskreis

 

  1. Diagnostik:

Zuerst … vergiss die Waage. Vergiss Gewichtstabellen. Warum? Weil sie keine Aussage haben. Es geht nicht um Gewicht. Es geht um Fett. Muskeln beispielsweise sind schwerer als Fett.

Vergiss auch den vielgerühmten Body Mass Index (BMI). Er differenziert nicht zwischen Fett und Muskelmasse. Hermann Maier wäre am BMI gemessen in seiner besten Zeit schwer übergewichtig gewesen. Der BMI ist Unsinn.

Es geht auch nicht um Fett an sich. Denn Fett ist nicht gleich Fett. Der Körper braucht Fett.

Worum es geht, ist jenes Fett, das die Lebensqualität einschränkt, die Lebensdauer verkürzt und einen unattraktiv und unförmig aussehen lässt. Das ist jenes Fett, das sich in erster Linie um die Bauchpartie bildet und dessen wissenschaftlicher Name Viszeralfett ist.

Deshalb ist das Wort Übergewicht irreführend und ich ersetze es im folgenden durch die Bezeichnung Überviszeralfettig.

Wie kannst du nun feststellen, ob du Überviszeralfettig bist?

Ich erspare dir komplizierte wissenschaftliche Messmethoden. Was du brauchst ist etwas, was eine gute Aussagekraft hat und einfach im Alltag einsetzbar ist.
Und das heißt „Waist-to-Height Ratio

Du brauchst:

  • ein Maßband wie es in jeder Nähschatulle drin ist
    (oder du holst dir so eines aus Papier von einem Baumarkt oder Möbelhaus
    … im Bedarfsfall zwei zusammenkleben)
  • einen Taschenrechner
  • die Richtwerte in diesem Artikel

Zuerst misst du deinen Bauchumfang.

  • Wann?
    Entweder nach dem Aufstehen mit nüchternem Magen
    oder
    Tagsüber ca. 3 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme
  • Wie?
    Im Stehen (nackter Oberkörper) etwa einen Finger breit oberhalb des Nabels,
    waagrecht um den Bauch (bei Bauchansatz an der dicksten Stelle),
    bei entspannter Bauchmuskulatur während du ausatmest

Dann dividierst du den so gemessenen Bauchumfang (in cm) durch deine Körpergröße (in cm) und vergleichst den so erhaltenen Wert mit untenstehenden Richtwerten:

  • du bist ein Jugendlicher:
    unter 0,35 ..…. Unterviszeralfettigkeit
    0,35 bis 0,45 … Normalviszeralfettigkeit
    0,46 bis 0,51 … Überviszeralfettigkeit
    0,52 bis 0,65 … Fettleibigkeit (Adipositas)
    über 0,65 …….. schwere Fettleibigkeit (schwere Adipositas)
  • du bist ein Erwachsener vor den Wechseljahren:
    unter 0,40 ..…..Unterviszeralfettigkeit
    0,40 bis 0,50 … Normalviszeralfettigkeit
    0,51 bis 0,56  … Überviszeralfettigkeit
    0,57 bis 0,68 … Fettleibigkeit (Adipositas)
    über 0,68 ……..schwere Fettleibigkeit (schwere Adipositas)
  • nach den Wechseljahren
    unter 0,50 ..…..Unterviszeralfettigkeit
    0,50 bis 0,60 … Normalviszeralfettigkeit
    0,61 bis 0,66 … Überviszeralfettigkeit
    0,67 bis 0,78 … Fettleibigkeit (Adipositas)
    über 0,78 …….. schwere Fettleibigkeit (schwere Adipositas)

 

Wenn du auf Basis dieser Richtwerte Unterviszeralfettig bist, besteht der Verdacht auf Magersucht. In diesem Fall lass dies bitte professionell bei einem Mediziner und einem psychologischen Berater abklären.

Wenn du überviszeralfettig, fettleibig oder schwer fettleibig bist oder jemanden in deinem Bekanntenkreis hast, auf den das zutrifft, ist dieser Artikel für dich.

 

  1. Ausreden:
  • Bei mir ist das genetisch bedingt (Veranlagung). Meine Eltern waren auch schon dick.

Ist Übergewicht genetisch bedingt?

Ja, es gibt Gene, die den Stoffwechsel in Richtung Übergewicht beeinflussen können. Jedoch liegt der Einflussbereich bei bis zu 2 kg, also vernachlässigbar. Dazu kommt, dass der Prozentsatz genetisch determinierten Übergewichtes sehr niedrig liegt. Wenn deine Eltern schon dick waren, ist das kein Hinweis auf Vererbung, sondern eher darauf, dass du nicht förderliche Elemente ihres Lebensstils übernommen hast.

  • Ich habe schwere Knochen.

Die Knochen eines Mannes wiegen 9 bis 10 kg, jene einer Frau etwas weniger. Der Unterschied zwischen leichten und schweren Knochen beträgt in etwa 1 kg, also ebenfalls vernachlässigbar. Schwere Knochen werden im übrigen in erster Linie durch permanente Belastung des Skelettes gebildet, also durch Sport oder körperliche Schwerarbeit. Sie sind fester und halten mehr aus, weil sie der Beanspruchung anpassen. Nach dem Motto „use it or loose it“.

  • Ich habe keine Zeit für Sport / Ich habe keine Zeit, gesund zu kochen.

 Jeder Mensch auf der Welt hat genau gleich viel Zeit, nämlich ziemlich genau 24 Stunden pro Tag. Eine gesunde Nahrungszubereitung braucht eher weniger Zeit als eine ungesunde. Und die Zeit für Sport könntest du ja durch Einsparung der Gänge zum Kühlschrank einsparen.

Im Ernst, du hast die Zeit, es ist nur eine Frage von Prioritäten, Organisation, und Wollen. Und wenn du es nicht tust, wirst du dir irgendwann die Zeit nehmen müssen, eine Krankenhausdecke von unten anzustarren. Vorher Zeiträuber zu eliminieren und Zeiten für Sport einzuplanen ist möglicherweise sinnvoller 😉 … du brauchst im Schnitt 40 Minuten pro Tag. Wenn du am Wochenende mehr machst, brauchst du an Wochentagen weniger. Am besten ist es, alle 2 bis 3 Tage mehr zu tun und an den Tagen dazwischen zu regenerieren.

  • Die lieben Freunde,

die dir erklären, dass ein Mann ohne Bauch kein Mann ist, dass eine Frau weibliche Rundungen attraktiv machen (jo eh, nur wo? 😉 ), dass ein paar kg mehr auf den Rippen eh super sind, dass du eh eine Top-Figur hast, dass Dicke gemütlicher sind …

Freunde sind Menschen, die dir nicht das sagen, was in deinen Ohren angenehm klingt, sondern die Wahrheit ;-).

  • Ich habe eine große Oberweite

… ja, schön für dich … nur die Oberweite misst man nicht in der Gegend des Bauchnabels und somit trägt sie zum nicht aussagekräftigen Gewicht oder Body Mass Index bei, aber keineswegs zur Überviszeralfettigkeit.

  • Ich habe zu Rauchen aufgehört.

Dass Rauchen schlank macht, ist ein Mythos. Vor allem Frauen macht es dick. Frauen, die zwischen 20 und 25 Jahren im Schnitt 5 oder mehr Zigaretten am Tag rauchen, haben ca. 20 Jahre später zu einem weit höheren Anteil Überviszeralfettigkeit als Nichtraucherinnen. Und zwar unabhängig davon, ob sie zu rauchen aufgehört haben oder nicht.

Bei Männern ist dieser Effekt weniger stark ausgeprägt.

Warum das so ist, wissen wir noch nicht. Es wird angenommen, dass das Rauchen in irgendeiner Form mit dem weiblichen Hormonhaushalt interagiert, das ist aber noch nicht gesichert. Wir wissen nur, dass es so ist.

Richtig ist, dass bei manchen Menschen, die zu Rauchen aufhören, der Speck kommt. Das ist vor allem dann der Fall, wenn man zu rauchen aufhört, ohne dass der Gewinn den dieser Mensch bisher aus dem Rauchen gezogen hat auf andere, neue und förderliche Weise sichergestellt wurde. Der Speck kommt dann als eine klassische Form der Symptomverschiebung, wenn der Prozess des Aufhörens nicht sauber psychomental begleitet wurde.

 

  1. Einflussfaktoren:

Die einfache Formel:
Wenn du über Nahrung mehr Energie zu dir nimmst, als du verbrauchst, wirst du fett.

Alles andere ist eine die Naturgesetze missachtende Lüge.

Übrigens … ein Stück Würfelzucker am Tag mehr als du an Energie benötigst verwandelt sich in 1 kg Fett pro Jahr.

Du hast also auf der einen Seite Energiezufuhr, auf der anderen Energieverbrauch. Jede dieser beiden Faktoren wird durch bestimmte Dinge gesteuert. Manche davon sind unter deinem Einfluss, andere nicht.

    1. Energiezufuhr:
      Diese wird gesteuert durch:
    • das, was du isst und trinkst … steht zu 100% unter deinem Einfluss
    • deine individuelle Energieverwertung, das heißt die Art, wie dein Stoffwechsel funktioniert, wie hoch sozusagen der Wirkungsgrad ist, mit dem du das Zugeführte verwertest. Dein Stoffwechsel liegt nur zum Teil unter deinem Einfluss.Einflussfaktoren sind:
      • genetische Veranlagung
      • Alkoholgenuss
      • Rauchen (Nein, Rauchen macht nicht schlank, Rauchen macht dick)
      • Einnahme von Betablockern
      • Wechseljahre
      • sportliche Betätigung
    1. Energieverbrauch:
      Dieser wird beeinflusst durch:
  • Grundumsatz:

das ist jene Energie, die du verbrauchst, wenn du nichts tust, schläfst, chillst …

Der Grundumsatz ist bei Menschen, die regelmäßig Sport betreiben, höher, als bei Menschen ohne regelmäßige sportliche Betätigung. Muskeln verbrauchen auch in der Ruhephase Energie, Fett jedoch nicht.

  • Umsatz durch Aktivität, wie Bewegung im Alltag oder Sport

 

  1. mögliche Ursachen von einem zu viel an viszeralem Fett:
  • genetisch / Stoffwechselstörungen, hormonelle Störungen
  • psychosomatisch
    (Befriedigungsverhalten, Depressionen, Essstörungen, unbewusste Verhaltensmuster)
  • Nebenwirkung von Medikamenten wie z. B. Kortison, einige Psychopharmaka, Betablocker
  • Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Schlafmangel, Nachtarbeit

 

  1. Angebote und deren Sinn und Unsinn

Es gibt im Prinzip nur folgende Ursachen für einen die Überviszeralfettigkeit fördernden Lebensstil:

  • mangelndes Wissen
  • mangelndes Wollen und somit mangelnde Verantwortung dem eigenen Ich gegenüber
  • mangelndes Können, das aus unbewusst gesteuerten Verhaltensmustern resultieren, also letztlich psychisch gesteuertes Suchtverhalten
  • eine Kombination daraus (was meist der Fall ist)

Sinnvolle Angebote müssen qualifiziert an der jeweils zutreffenden Ursache ansetzen. Voraussetzung ist eine fundierte Diagnostik, bevor irgendetwas verändert wird. Diese Diagnostik muss auch den Wert des Verhaltens, welches zur Überviszeralfettigkeit führt, beinhalten. Denn nur wenn dieser Wert bei neuen Verhaltensweisen berücksichtigt wird, wird die Verhaltensänderung dauerhaft gelingen.

Einfaches Wegmachen des unförderlichen Verhaltens geht ziemlich leicht (z.B. mittels Hypnose), führt aber mittelfristig bis langfristig zu einer Symptomverschiebung oder zum Rückfall und ist ohne vorangegangene Diagnostik und darauffolgende Berücksichtigung und Integration des Gewinns aus dem bisher unförderlichen Verhalten fahrlässige Scharlatanerie. Leider arbeiten hier viele Therapeuten ausgesprochen schlampig und unverantwortlich.

Unabdingbar erforderlich ist auch die klare Definition des individuellen Ziels. Und „Abnehmen wollen“ ist kein Ziel. Ohne ein motivierendes, realistisches und positives Ziel wird der Weg nur in Irrwegen und Sackgassen enden.

Bei mangelndem Wissen können beispielsweise Schulungen, Diätologen, Sport-Trainer, Fitness-Studios, Schulmediziner oder Organisationen wie die Weight Watchers weiterhelfen. Diese sind jedoch völlig unbrauchbar, wenn – wie es meist der Fall ist, psychische Auslöser im Hintergrund wirken.

Bei mangelndem Wollen kann leider oft nur der manifeste gesundheitliche Zusammenbruch etwas bewirken. Und selbst der nicht immer. Es gibt leider genug Menschen, die glauben, die Eigenverantwortung für ihren Körper und ihre Psyche delegieren zu können … an die „Verbrechen der bösen Eltern“ in deren Erziehung, an die Gene, an Therapeuten, an Mediziner, an die Erfordernisse des Berufs, an was auch immer. Der Kreativität sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Bei mangelndem Können liegt das keineswegs an einem Mangel an Kompetenz oder Intelligenz, sondern daran, dass das Unbewusste dieses Menschen gelernt hat, dass das überviszeralfettigkeitzüchtende Verhalten das Beste zur Verfügung stehende Verhalten ist, um bestimmte wichtige Dinge für diesen Menschen sicherzustellen, die er sonst nicht erlangen kann. Diese Dinge sind so individuell, wie wir Menschen es sind. Deshalb sind Standardhypnosen, wie sie beispielsweise auf Tonträgern angeboten werden, unverantwortliche Scharlatanerie. Die Psyche des Menschen kann hier nur hochgradig individuell in Begleitung von einem psychologischem Berater einfühlsam neue Möglichkeiten lernen.

„Reiß dich zusammen“ ist so ziemlich das Kontraproduktivste, das man fordern kann. Zwanghaftes Verhalten (und nichts anderes ist chronische Nahrungsaufnahme ohne somatische Notwendigkeit) durch Zwang eindämmen zu wollen führt nur zu Scheitern oder zu Symptomverschiebung, wobei das neue Symptom selten besser ist. Es wird letztlich nur ein Zwang durch einen anderen ersetzt.

Hilfsmittel wie Eiweißshakes oder andere Nahrungsergänzungsmittel sind reine Geschäftemacherei. Sie bewirken nichts, was nicht auch eine ganz normale körperadäquate Ernährungsweise um einen Bruchteil des Preises leistet.

Armbänder, die anzeigen, wie viele Schritte du noch gehen sollst, ob du genug geschlafen hast, etc. … sind als Übergangslösung dann vielleicht noch motivierend, wenn man das verlorene eigene Körpergefühl noch nicht gefunden hat. Langfristig wird hier das eigene Körpergefühl jedoch durch ein technisches Equipment ersetzt. Dadurch wird letztlich verhindert, dieses eigene Körpergefühl wiederzuentdecken („use it or loose it“).

Magenverkleinerungen, Fettabsaugungen und ähnliche operative Eingriffe sind eine reine, die Eigenverantwortung missachtende Symptombekämpfung, die unweigerlich zu Symptomverschiebungen führt.

Diäten sind sinnlos, egal was sie versprechen. Warum? Wenn du plötzlich während einer beschränkten Zeit z.B. nur 50% der Energie zuführst, die dein Körper braucht, anstatt wie sonst 110%, schaltet dein Körper auf Sparstoffwechsel. Er benötigt dann z.B. nur mehr 80% von den normalen 100%. Du nimmst zwar rasch ab, nimmst dafür aber anschließend, auch wenn du nur 100% des Normalbedarfs zuführst, sofort wieder zu, weil der Körper noch auf den Sparstoffwechsel eingestellt ist (du führst ihm dann ja um ca. 20% mehr zu, als er in dieser Phase braucht). Meist hast du am Ende mehr Fett in dir als zuvor. Das nennt man Jo Jo Effekt. Rasche Wunderdiäten gibt es nicht.

 

  1. Der Weg aus dem Teufelskreis

… geht letztlich einerseits spielend leicht, andererseits braucht er auch die richtige Portion Konsequenz und Geduld. Mir dem Finger schnipsen und das belastende Fett ist weg, das wird mit keiner Diät und keiner Therapie der Welt funktionieren. Solche Heilsversprechen wecken falsche Erwartungshaltungen und sind zutiefst unseriös.

Das Fett hat seine Zeit gebraucht um zu kommen, es braucht auch Zeit, um zu gehen.

Realistisch sind eine Reduktion der Waist-to-Height Ratio von ca. 0,01 bis 0,02 pro Monat (das entspricht ca. 3 cm Bauchumfang pro Monat oder ½ kg Fett pro Woche), wobei es oft am Anfang schneller geht und man dann einige Zeit steht. Die Verläufe sind jedoch sehr individuell und abhängig von der Ausgangssituation.

Wichtig auf dem Weg ist die Erfolgskontrolle. Deshalb ist es eine gute Idee, wöchentlich die Waist-to-height ratio (siehe oben) zu bestimmen. Ergänzend kann auch eine Wage mit Körperfett-, Wasser- und Muskelmasse-Messung herangezogen werden. Die Werte muss man aber auch richtig interpretieren können.

Womit du in der Anfangsphase rechnen musst, sind vermehrt Kopfschmerzen und Grantigsein. Sie sind ein Signal dafür, dass du auf dem richtigen Weg bist. Warum?

Während du dein Viszeralfett erfolgreich produziert hast, haben sich in diesem Fett Giftstoffe (Umweltgifte, in der Nahrung enthaltene Giftstoffe, Giftstoffe aus Medikamenten, Zigarretten …) angereichert. Dieses Giftdepot vergiftet dich sozusagen durch langsame Giftabgabe chronisch und ist Mitverursacher für viele Folge-Erkrankungen der Überviszeralfettigkeit.

Baust du nun dieses Fett vermehrt ab, so kommen diese Giftstoffe vermehrt in den Blutkreislauf und verursachen diese akuten Befindlichkeitsstörungen. Daher kommt auch das Gerücht, dass Dicke gemütlicher sind, weil Menschen, die gerade Fett abbauen tatsächlich phasenweise ungemütlicher sind. Diese Phase ist jedoch vorrübergehend und unser Körper kann mit zeitlich beschränktem intensiverem Stress viel besser umgehen, als mit chronischem Low Level Stress.

Nach dieser relativ kurzen „Vergiftungsphase“ steigt deine Lebensqualität signifikant an und du wirst beginnen, dich auf eine Art wohlzufühlen, die du in ihrer Qualität vielleicht schon lange vergessen hast. Und dann bist du vielbesser drauf als … 😉

 

Der zielführende Weg sieht so aus:

  1. Diagnostik in Bezug auf die psychischen Einflussfaktoren durch einen dafür qualifizierten psychologischen Berater
  2. Festlegung des Ziels und des Ziels hinter dem Ziel (Metaziel) gemeinsam mit dem psychologischen Berater, Diagnostik bezüglich der relevanten Felder im SCORE-Modell. Daraus ergeben sich dann auch schon die wichtigsten Motivationsfaktoren.
  3. Bei Bedarf medizinische Abklärung durch einen Schulmediziner
  4. In Abhängigkeit von den ersten 3 Punkten: Festlegung des individuellen Wegs zum Erfolg. Dieser ist in der Regel eine Kombination aus der Arbeit mit dem Unbewussten, aus Information und aus der Erstellung einer individuellen Ernährungs- und Bewegungsstrategie.
  5. Erfolgskontrolle und allenfalls Adaption des Weges
  6. Den Erfolg feiern 🙂

 

Noch ein paar Informationen zu viszeralfettminderndem Sport:

Wenn du dich sportlich betätigst, zieht der Körper zuerst seine Energie aus dem Blutzucker, dann aus den Glykogenspeichern. Wenn du Alkohol getrunken hast, kommt der in diesem enthaltene Energiegehalt auch noch vor dem Fett dran.

Erst nach etwa 45 Minuten Ausdauersport wird auf den Fettstoffwechsel umgestellt. Oft hat man genau dann, wenn auf den Fettstoffwechsel umgeschaltet wird, ein Motivationstief, will aufhören. Kommt man über dieses Tief hinweg, läuft es dann oft für längere Zeit wie geschmiert.

Je öfter man dieses Umschalten auf den Fettstoffwechsel trainiert, umso leichter fällt es dem Körper und irgendwann verschwindet dieses Umschalt-Motivationstief ganz. Also das ist wirklich das Einzige, wo du dich Anfangs ein bisserl durchbeißen musst.

Damit du im viszeralfettminderndem Bereich trainierst, ist folgendes wichtig:

1. Du brauchst deinen Ruhepuls. Den misst du …

  • im Liegen unmittelbar nach dem Aufwachen 15 Sekunden lang an der Halsschlagader am besten mit aneinandergelegtem Zeigefinger und Mittelfinger
  • gezählte Herzschläge x 4 = Ruhepuls

2. Deine maximale Herzfrequenz
(diese dient zur Erstellung deines
individuellen Trainingsplanes in einem späteren Schritt):

  • bei Männern: 223 – 0,9 x (Lebensalter in Jahren)
  • bei Frauen: 226 – 1,0 x (Lebensalter in Jahren)

Günstig ist es, Herzfrequenz-gesteuert zu trainieren.
Dafür brauchst du einen Pulsmesser mit Uhr.

So bestimmst du deinen Trainingspuls (aerober Bereich mit optimaler Fettabbauwirkung):

  • Ruhepuls + [220 – Ruhepuls – (Faktor x Alter)] x Fitnesskategorie
  • ± 5 Schläge

     Faktor:

  • Schwimmen: 1,25
  • Ergometer: 1,00
  • Radfahren: 1,00
  • Wandern, Spazierengehen: 0,95
  • Nordic Walken: 0,90
  • Bergwandern, 0,85
  • Crosstrainer: 0,80
  • Laufen: 0,75

Fitnesskategorie:

  • 0,55 für:
    • über Jahre hinweg völlig sportlich inaktive Menschen
    • für Menschen, bei denen Beeinträchtigungen durch Krankheiten oder Insuffizienzen berücksichtigt werden müssen
  • 0,60 für:
    • durchschnittliche untrainierte Menschen
    • fitnessambitionierte Senioren
    • Menschen mit früher gelegentlicher, aber unsystematischer sportlicher Betätigung
  • 0,65 für:
    • Menschen, die mindestens 2x pro Woche ausdauerorientiert Sport betreiben
  • 0,70 für:
    • Sportler und Leistungssportler, die mindestens 4x pro Woche systematisch trainieren
  • 0,75 für:
    • Hochleistungssportler, Spitzensportler, Profis … mit ausgeprägter Ausdauerkomponente


Die oben genannten Sportarten mit Ausnahme von Laufen sind gelenkschonend
und somit für den Beginn ideal. Laufen solltest du erst später.

Wenn du Betablocker nimmst: 10% bis 20% niedrigerer Trainingspuls.
(und vorher die Unbedenklichkeit deines Trainings unbedingt mit einem Schulmediziner abklären).

Gut ist es, die Trainingsreize nicht immer konstant zu halten. Dazu ist ein Wechsel zwischen Ausdauersport, Kräftigung, Koordination und Beweglichkeitstraining sinnvoll. Am besten mittels eines professionell erstellten Trainingsplans, der die individuellen Gegebenheiten berücksichtigt.

Nachdem häufig durch das Bauchfett auch die Haltemuskulatur aus der Balance gekommen ist, ist ein gezieltes Dehnen und Kräftigen der entsprechenden Muskelpartien Teil des Trainingsplanes. Bei ausgeprägteren Haltungsschwächen ist die ergänzende Begleitung durch einen guten Physiotherapeuten empfehenswert.

Nicht zu vergessen ist die niederschwellige Bewegung im Alltag. Damit ein körperlich gesunder Lebensstil selbstverständlich wird, ist es gut, Alltagsbewegungen wie zu Fuß gehen, Stiegensteigen und ähnliches so oft wie möglich durchzuführen. Kleine Alltagsbewegungen haben den Vorteil, dass sie einfach in den normalen Tagesablauf integriert werden können. Anstatt „Bring mir bitte die Brille“ … aufstehen und selber holen 😉 … schon ab 3.500 Schritten pro Tag sinken die Risken für die meisten viszeralfettgetriggerten Folge-Erkrankungen.


Wie du siehst, bedingt der gesunde Weg zum Abnehmen ein Zusammenspiel von vielen Komponenten, bei denen ich dich gerne unterstütze.

 

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3 Gedanken zu “Über: Geh Wicht ich?

      1. Ich kenn das! Aber das war wirklich sehr verständlich. So ging es mir auch als ich über Gluten geschrieben habe ich musste so oft noch einmal durchlesen ob das überhaupt so Sinn macht und habe echt gehofft dass die anderen das auch verstehen 😀

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