Aller Anfang ist S.C.O.R.E.

Aller Anfang?
Solche Formulierungen sollten skeptisch machen ;-).

Und dennoch, ein professionell psychomental begleiteter Veränderungsprozess ohne vorangehende fundierte Diagnostik ist ein Widerspruch in sich und daher unprofessionelle Scharlatanerie …

… ähnlich einem Bergführer, der seinem Kunden sagt:

„Ich weiß nicht wo wir sind,
ich weiß nicht, wohin wir wollen,
ich weiß nicht, was du kannst,
ich weiß nicht, wie gut du konditionell bist,
ich weiß nicht, ob mein Seil hält,
gehen wir einfach und schauen wir, was passiert.“

 

Das Ergebnis solch schlampiger Haltungen sind Begleitungsprozesse, die jahrelang dauern, ohne zu einem sinnvollen Abschluss gekommen zu sein. Wenn ein Begleitungsprozess für ein singuläres Thema länger als zehn Sitzungen dauert, wird’s verdächtig. (Ausgenommen bei manifesten psychischen Erkrankungen, dies ist aber ein anderes Thema und dafür braucht’s meist auch eine andere Art von Diagnostik.)

Dass ein Veränderungsprozess für ein singuläres Thema länger als zehn Sitzungen dauert, kann in Ausnahmesituationen vorkommen, aber die sind sehr sehr selten, meist dann, wenn die Thematik stark mit anderem vernetzt ist und sehr viele Ressourcen aufgebaut werden müssen.

Veränderung ist einfach.
Sie passiert meist innerhalb von Bruchteilen von Sekunden, bis zu einigen Minuten.

Aber damit dies zielgerichtet, schonend, sinnvoll und nachhaltig passieren kann,
braucht es eben eine fundierte Diagnostik am Anfang.

Und genau diese wird durch die Anwendung des S.C.O.R.E.-Modells sichergestellt.

Dabei hilft der Kunde dem Begleiter, dass dieser auf einer umfassenderen und tieferen Ebene versteht, worum es wirklich geht, damit er in der Folge die richtige Intervention (welche die gewünschte Veränderung bewirkt), findet.

Zugleich bekommt der Kunde sowohl auf bewusster Ebene, als auch auf unbewusster, zusätzliche Einblicke in sein Thema. Diese Einblicke bewirken oft schon eine ausreichende Induktion der gewünschten Veränderung, so dass eine weitere Intervention unnötig wird. Das bedeutet, dass die Begleitung bei vielen der gewünschten Veränderungsprozesse nach ein bis zwei Sitzungen abgeschlossen sein kann. Ein sehr wünschenswerter Nebeneffekt.

Bei Veränderungswünschen im Bereich Persönlichkeitsentwicklungen kommt der Kunde in der Regel mit einer von zwei möglichen Sichtweisen auf sein Thema:

  • entweder möchte er ein Problem lösen
  • oder er möchte ein Ziel erreichen

Das sind schon zwei der fünf Felder, die diagnostisch mit Inhalten zu füllen sind. Dazu führt der psychologische Berater den Kunden mittels gezielt strukturierten Fragen durch die für das Thema und den daraus resultierenden Veränderungsbedarf relevanten S.C.O.R.E.-Felder. Parallel dazu achtet der Berater zusätzlich zu den verbalen Inhalten auf Metaprogramme des Kunden, auf die mitgelieferten paraverbalen Inhalte, auf Kongruenzen und Inkongruenzen und darauf, auf welcher neurobiologischen Ebenen der Veränderung die Inhalte in den einzelnen Feldern präsentiert werden.

All diese Informationen sind Basis für die weitere Vorgangsweise.

Das alles funktioniert in einem relativ kurzen Gespräch,
meist im Rahmen des ersten oder zweiten Termins.

Klingt sehr komplex, ist es auch (für den Berater ;-)) … nur …
… von der dahinterliegenden Komplexität merkt der Kunde wenig …
… für ihn ist es einfach ein Gespräch, das ihm zu weiteren Erkenntnissen verhilft.

Dies wird oft durch die Verwendung von Externalisierungswerkzeugen unterstützt, sodass der Kunde sein Thema quasi aus unterschiedlichen, für ihn neuen Perspektiven (Wahrnehmungspositionen) anschauen kann.

Die fünf Basisfelder des S.C.O.R.E.-Modells (dafür stehen die fünf Buchstaben) sind folgende (siehe Graphik):

S = Symptom (Status):
Kennzeichnet den derzeitigen Zustand in Bezug auf das Thema,
der oft als das Problem empfunden wird.

C = Causes:
Das sind die Ursachen für den derzeitigen Zustand.
Hier gibt es stabilisierende und destabilisierende. Vor allem die stabilisierenden Ursachen können eine Veränderungsarbeit blockieren oder verhindern, dass die gewünschte Veränderung ohne unangenehme und unerwünschte Symptomverschiebungen aufrecht bleibt. Deshalb sind diese sehr wichtig für die folgenden Schritte.

O = Outcome:
Definiert den gewünschten Zustand, das gewünschte Ziel.

R = Resources:
Welche psychischen, somatischen, sozialen und materiellen Ressourcen werden für den Veränderungsprozess benötigt? Welche sind vorhanden, welche zu beschaffen? Wodurch kann der eigene Einfluss des Kunden auf die Zielereichung gestärkt werden?

Hier findet auch das Ausmaß an Eigenverantwortung des Kunden zur Zielerreichung seinen Niederschlag.

E = Effects:
Welche erwünschten und unerwünschten Auswirkungen hat es auf den Kunden und auf sein Umfeld, wenn er sein Ziels tatsächlich erreicht haben wird? Welchen Preis muss er dafür möglicherweise in Kauf nehmen? Wie geht er mit möglichen Widerständen in seinem Umfeld um? Ist es dann das Ganze in dieser Form wert oder wäre eine Modifikation des Ziels sinnvoller?

Und etwas, was ganz wichtig ist, so banal es klingen mag … was hat der Kunde denn wirklich davon, wenn er sein Ziel erreicht hat? (In der Fachsprache: Was ist sein Metaziel?) Ist es tatsächlich sein Ziel oder wird es ihm seitens Gesellschaft, Freunden oder sonst irgendjemandem „aufs Aug gedrückt“?

Oder ist es wirklich sein persönliches Anliegen? Und kann das, was hinter dem Ziel liegt, der echte Gewinn für den Kunden, vielleicht auch auf einem anderen, einfacheren, lohnenderen Weg erreicht werden?

Bevor der psychologische Begleiter nicht die verbalen und paraverbalen Botschaften des Kunden auf diesen Feldern verstanden hat, ist es unverantwortlich, mit Interventionen zur Veränderung „d’rüberzufahren“. Das Schöne am S.C.O.R.E.-Modell ist, dass es die nötigen Informationen einfach und schnell liefert, ohne sich in für das Thema unnötigen (und meist falschen) Erklärungsmodellen, quälenden (und meist ebenso falschen) Ursachenforschungen oder psychoanalytischem (von rein wissenschaftlichem, aber wenig praxisrelevantem Interesse) Zeittotschlagen in die Irre leiten zu lassen.

 

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