Bar-Code: Wunder-Bar & Unheilbar

Der Propeller dreht sich ruhig,
das monotone Brummen des Flugzeugmotors ist schon unhörbar ins Unbewusste gesunken. Der Pilot zieht den Flieger in eine weite Kurve um eine optimale Position für den Absprung zu schaffen.

Sebastian öffnet die Luke. Adrenalin. Gemischt mit Dopamin. Ein biochemischer Cocktail der Vorfreude, der Erregung, der Anspannung und des Wissens um das Loslassenwerden. Der Wind lässt seinen Overall wie wild flattern.

Freier Fall. Unter ihm … über 4.000 Meter bis zum Boden. Es fühlt sich total gut an. Aufregend gut. Der Geschmack der Freiheit. Erleben pur. Klare Sicht. Keine Wolke trübt den Himmel.

Die paar Sekunden im freien Fall dauern beinahe unendlich viele Augenblicke lang. Sebastian genießt jeden davon. Unten … Spielzeugautos, Zwergenhäuser … und das Lied von Reinhard Mey kommt ihm in den Sinn.

Sebastian stabilisiert seine Haltung und betätigt den Auslösegriff.
Der Fallschirm öffnet sich … nicht.

Mit über 800 km/h ungebremst Richtung Erde macht plötzlich kein Hochgefühl mehr.
1000 Gedanken.

Die Zeit bis zum Öffnen des Notfallschirms dauert eine Ewigkeit.

 

In einer Gegenwart, die in der Vergangenheit liegt …
bin ich Klettern. Heute habe ich keinen gefunden, der mitgeht. Trotzdem habe ich Lust. Also alleine. Das tut man nicht. Ich schon.

So ganz nebenbei:
Ich bin nicht schwindelfrei.

Abgesehen davon, dass Klettern in den Felsen des Hochgebirges ein fantastisch schöner Ganzkörpersport und ein beglückendes Erleben der Verbindung von Natur mit dem eigenen Wesen ist, birgt es für mich die Herausforderung, meine persönlichen Grenzen zu verschieben, meine Ängste zu überwinden.

Das ist eine nette Geschichte, so lange sich der Fallschirm öffnet.

Ach nein, ich bin ja klettern. Ohne Fallschirm. Dafür mit Seil. Vor mir ein sehr schwerer Abschnitt. Manche sagen dazu Schlüsselstelle. Bergsteigerjargon.

Ich lege mir davor eine Zwischensicherung. Die hat die Funktion, dass … sollte ich abstürzen, mein Fall kurz unter der Zwischensicherung vom Seil abgefangen wird. Würde ich sie nicht legen, wäre das Resultat eines Abstürzens der Aufschlag auf dem Boden. Und ich kaputt.

Meine Zwischensicherung hält eine Belastung nach unten aus. Nach oben nicht. Das gibt das Gelände nicht her.

Ich klettere weiter. Schiebe mich in den Überhang hinein … und kann dabei eine Zugbelastung auf meine Sicherung … nach oben … nicht vermeiden. Sie löst sich und donnert … dem Seil  entlang ungebremst Richtung Erde … so als würde sie mir mein Schicksal vor Augen führen.

Fehler sind eine gute Chance, zu lernen.
Jetzt einen Fehler zu machen,
bedeutet das Ende jeglichen Lernens auf dieser Erde für mich.

1000 Gedanken.

Und eines ist klar:
Ich habe keine Lust zu sterben – und ich habe keine Zeit dafür,
mich von meiner Angst lähmen zu lassen.

 

In einer völlig anderen Geschichte lebt ein Mensch so vor sich hin …
ohne viele Höhen und Tiefen, zufrieden mit seiner Art des Lebens. Zufrieden mit der Entwicklung seiner Kinder. Glücklich in seiner Partnerschaft. Gut aufgehoben bei seinem Arbeitgeber – mit einem Gehalt, das die Abzahlung des Kredites für das Haus und zwei schöne Urlaube im Jahr ermöglicht.

So würde er es vielleicht beschreiben.

Und irgendwie … ist da etwas.
Was es genau ist, weiß er nicht.

Die Diagnose bringt es an den Tag:
UNHEILBAR KRANK
… mit einem prognostizierbarem Krankheitsverlauf, der von massiven Einschränkungen der Lebensqualität, von Leiden und Schmerz gesäumt sein wird.

1000 Gedanken.
Das Etikett „Unheilbar“ klebt fest an seiner Seele.

Wenn der Fallschirm sich nicht öffnet,
wenn die Sicherung nicht hält,
dann haben manche die Tendenz,
nach dem letzten Strohhalm zu greifen.

Wieder andere lassen sich fallen.
Geben sich auf.

Und dann gibt es auch welche,
die BEGINNEN ZU LEBEN.

 

Fehler sind dazu da, um daraus zu lernen. Die meisten jedenfalls.

Und wirklich sehr sehr oft, weitaus mehr als häufig, werden in unserer Gesellschaft drastische Fehler gemacht. Fehler in der Interpretation von Fakten. Höchstpersönlich.

  • der Fakt,
    dass der Fallschirm sich nicht öffnet,
    bedeutet kein ungebremstes Aufschlagen auf dem Boden
  • der Fakt,
    dass meine Sicherung ins Tal rast,
    bedeutet nicht, dass ich ihr nachfolge
  • der Fakt,
    dass ein Experte einem Menschen das Etikett „UNHEILBAR“ anklebt,
    bedeutet nicht, dass dieser Mensch eine unheilbare Krankheit HAT.

 

An diesen Fehlinterpretationen festzuhalten, kann tödlich sein.
Und bis es soweit ist, kann es die persönliche Lebensqualität total Kaputt-Bar machen.

Das Einzige, was das seitens eines Experten vergebene Etikett „UNHEILBAR“ bedeutet, ist,
dass dieser Experte an seine Grenzen gestoßen ist.

Wie so oft im Leben, geht es ums Verschieben von Grenzen.
Um das NEULERNEN vom Umgang damit.
Um das BEGREIFEN der persönlichen Zukunft als RAUM der MÖGLICHKEITEN.

Und um das Gestalten der persönlichen Freiheit
im Umgang mit dem was ist  und mit dem, was wird.

 

Wunder-Bar,
wenn sich herausstellt,
dass sich die Geheimtinte des Etiketts „UNHEILBAR“ auflöst.

Wir haben uns geirrt …„,
sagte einmal  das Ärzteteam einer Kundin von mir bei ihrer Folge-Untersuchung.
“ … Sie haben zwar diese Krankheit, aber eine viel leichtere Form, die heilbar ist.“

Es gibt ein Naturgesetz:
Unsere Energie folgt unserer Aufmerksamkeit.

Richtet sich diese auf die Fehlinterpretation eines Etiketts, so lässt es diese Interpretation zu einer unumstößlichen Wirklichkeit werden. Die Prophetie wird Wirklichkeit.

Richtet sich diese Energie jedoch auf die Dinge, die wirklich wichtig sind, dem Etikett nicht mehr Aufmerksamkeit zukommen lassend als ihm gebührt, aber auch nicht weniger … dann öffnet sich ein Raum neuer Möglichkeiten.

Und der ist weder Prognostizier-Bar, noch Mach-Bar.
Auch nicht Garantier-Bar.

Im richtigen Leben gibt es weder Garantien, noch Sicherheit.
Auch dann nicht, wenn mit diesen Illusionen viel Geschäft gemacht wird.

Unabhängig davon ist aber dieser Raum da. Der Raum der unentdeckten persönlichen Möglichkeiten. Er will betreten werden, erfahren werden, entdeckt werden.

Die Tür dazu ist aber gerade bei so drastischen Lebensereignissen oft versperrt.

Der Bar-Code des Schlüssels dazu erschließt sich mit Hilfe des psychologischen Schlüsseldienstes.

Ist das nicht Wunder-Bar?
Lasst uns miteinander anstoßen auf die Zukunft als Raum der Möglichkeiten, als Raum unserer Freiheit, als Raum für eine Neugestaltung der persönlichen Lebensqualität!

Ach ja … und es stimmt … ich bin nicht nur Grenzenverschieber … ich bin manchmal auch ziemlich verspielt.

Gerade dadurch wird vieles viel leichter Gestalt-Bar. 😉

 

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