Bist du bei Sinnen?

Wenn man Menschen fragt, wie viele Sinneskanäle ein Mensch hat, antworten die meisten mit der Zahl fünf. Das ist praktisch, weil wir ja auch fünf Finger haben. Mal zwei.

Was diese Menschen meinen, sind die fünf Sinneskanäle, die sie irgendwann in der Schule gelernt haben. Und über diese fünf Kanäle nehmen wir die Welt wahr. Es sind:

  • der visuelle Sinn, also alles was an Farben, Formen, Bildern über die Augen in uns reinkommt
  • der auditive Sinn, also das, was an Tönen, Geräuschen, Klängen über die Ohren in uns dringt
  • der olfaktorische Kanal, also das, was uns übers Naserl erreicht
  • der gustatorische Kanal, also das, was wir auf unserer Zunge schmecken, Küsse mit eingeschlossen 😉
  • der Tastsinn, der in unserem größten Sinnesorgan, der Haut sitzt

Das wären die Fünf. Manche behaupten, auch noch einen sechsten Sinn zu haben. Sie meinen damit meist so etwas wie Intuition, Bauchgefühl oder ähnliches. Das ist aber in Wirklichkeit kein Sinneskanal, sondern die Verarbeitung sinnlicher Eindrücke im Bauchgehirn, auch enterisches Nervensystem genannt. Unser Kopfgehirn ist ja auch kein Sinnes- sondern ein Verarbeitungs- und Steuerungsorgan 😉

Wären das jetzt alle? Oder gibt es vielleicht da noch etwas?

Die Antwort ist schlicht und einfach: Ja

Hier findest du eine Aufstellung unserer heute bekannten Sinneskanäle:

  • Visuell
  • Auditiv
  • Olfaktorisch
  • Gustatorisch
  • Kinästhetisch
    • somatosensorisches System
      • Proprio(re)zeptiv (Körperwahrnehmung, Muskelsinn)
      • Schmerzempfinden
      • Taktil / Haptisch (Tastsinn)
      • Thermorezeptorisch (externes Temperaturempfinden)
    • Wahrnehmung von Gefühlen & Emotionen (Spiegelneuronen)
    • Vestibulär (Gleichgewichtssinn)
    • Spinal (Rückgrat)
    •  Vegetativ
      • Enterisch (Darm- bzw. Bauchgehirn)
      • Viszeral (Wahrnehmung innerer Organe, Durst, Hunger, ..     oder
      • Parasympathisch (Vagus)
      • Sympathisch

Wir tragen also viel mehr in uns, als uns die Lehrer in der Schule weismachen wollen. Aber das ist ja nicht nur bei diesem Thema so 😉

Nicht alles, was uns unsere Sinneskanäle bereit stellen, wird auch verarbeitet. Wir fokussieren. Und jeder Mensch hat da so seine Lieblings-Sinneskanäle.

Nachdem jeder Sinneskanal seine Stärken und Schwächen hat, liegen auch im persönlichen Fokus auf die individuellen Lieblings-Sinneskanäle Stärken und Schwächen. Wir sind gewissermaßen manchmal in unseren Lieblings-Sinneskanälen gefangen.

Das führt dazu, dass wir uns in bestimmten Situationen wie in einer Sackgasse fühlen, was aber oft nicht daran liegt, dass tatsächlich eine Sackgasse vorliegt, sondern daran, dass wir die weiterführenden Informationen ausblenden. Weil wir halt das, was  bestimmte Sinneskanäle anbieten, nicht so wahrnehmen.

So wie ein Begführer darauf trainiert ist, Menschen in unwegsamem Gebiet Wege entdecken zu lassen, so ist ein psychologischer Berater darauf trainiert, dasselbe in der mentalen Landkarte von Menschen zu tun. Dadurch werden neue und lohnende Wege dort sichtbar, wo man vermeintlich feststeckte. Ein Teil dieses Tuns ist es, die Wahrnehmung für die nicht so vertrauten Sineskanäle zu öffnen.

 

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