Wie viele bist du?

Möglicherweise fragst du:

„Was soll diese Frage? Ich leide ja nicht an Persönlichkeitsspaltung oder so was. Ich bin Ich, also Einer!“

Wenn du denkst, dass du damit recht hast, dann hast du recht. Und zugleich auch nicht. Wie geht denn das schon wieder?

Nun, wenn du denkst, dass du Einer bist, dann denkst du das mit deinem Bewusstsein. Und das Ergebnis deines Denkprozesses ist dir bewusst. Sonst wüsstest du es ja nicht.

So ganz nebenbei gibt es da aber noch das Unbewusste. Das weißt du nur, weil es dir irgendwer gesagt hat oder weil du es wo gelesen hast, sonst wäre dir nicht bewusst, dass es das gibt. Und würdest du wissen, was sich da im Unbewussten abspielt, wäre es dir ja auch nicht mehr unbewusst. Was aber auch nichts nützen würde, weil das Unbewusste entscheidet, was von dem vielen, das es für dich tut, dir bewusst sein darf. Und weil es eh tut, was es für richtig und wichtig hält, ohne dich zu fragen. Deshalb funktionieren auch bewusst gefasste Neujahrsvorsätze so schlecht. Und deshalb ist es gefährlich, wenn du jetzt weiter liest.  😉

Nun könnte man daraus schließen, du bist Zwei: dein Unbewusstes und dein Bewusstes. Das wäre aber aus zwei Gründen falsch:

Stell dir einen Baum vor. Das was über der Erde ist, sei das Bewusste. Ein Baum, viele Facetten … Äste, Zweige, Blüten, Früchte, … und viele Rollen … Schattenspender, Sauerstoffspender, Augenweide, …

Und unsichtbar wie das Unbewusste … die Wurzeln. Nicht eine. Ganz viele! Genauso wie dein Unbewusstes aus vielen Teilen besteht. Nur im Gegensatz zum Baum ist es nicht drunter. Drum heisst es auch nicht Unterbewusstes sondern eben Unbewusstes.

Wie die Wurzeln deines Baumes macht dein Unbewusstes ganz viel für dich. Stell dir nur einmal vor, du müsstest bewusst ein Schnitzel verdauen. Du würdest verhungern. Stell dir vor, du müsstest bewusst dein Herz schlagen lassen. Irgendwann würdest du mal kurz drauf vergessen und tot umfallen.

Die Teile deines Unbewussten tun also, was du brauchst. Verlässlich und mit der größten Selbstverständlichkeit, ohne dich zu fragen, und ziemlich ignorant für das, was dein Bewusstes für sinnvoll hält.

Leider tun deine unbewussten Teile das aber nicht nur dort, wo du dich wohl damit fühlst. Sie tun es auch dort, wo du es gar nicht magst. Zum Beispiel machen sie, dass du rauchst, obwohl du es nicht willst. Oder dass du in bestimmten Situationen auszuckst, wo du dir nachher denkst: „Was hab ich mir dabei gedacht?“ Oder wenn du Essen in dich rein stopfst und immer dicker wirst, das aber gar nicht so toll findest. Und dummerweise bewirken deine guten Vorsätze und deine Affirmationen nur, dass dein Problem entweder weiterhin verlässlich produziert wird und deine Frustration und Resignation steigt, oder dass sich der dafür verantwortliche unbewusste Teil ein anderes Symptom sucht. Das nennt man dann Symptomverschiebung. Und das neue Symptom ist selten lustiger als das alte.

Ein eher harmloses Beispiel für eine derartige Symptomverschiebung ist, dass viele Menschen, die sich dazu zwingen, mit dem Rauchen aufzuhören, dann wunderbar rund werden. Es gibt aber auch weitaus unangenehmere Arten der Symptomverschiebung … und es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben lang wie auf einem Güterbahnhof Symptome verschieben und neu aneinander reihen.

Das nervt.

Und es könnte sein, dass jemand, wenn er das weiß, auf diesen unbewussten Teil sehr böse wird. Was einerseits ungerecht ist und andererseits nur bewirkt, dass dieser ungeliebte Teil sich noch mehr in den Vordergrund spielt.

Warum in aller Welt ist das ungerecht?

Weil dieser Teil in der besten Absicht handelt. Echt! Es gibt irgend etwas, wofür das Symptom, das er produziert, wichtig ist (oder war). Das nennt man Symptomgewinn. Und der ist oft unbewusst. So ein Mist aber auch!

Oft geht es darum, dass das Symptom dich vor etwas schützt, womit du ohne dieses Symptom nicht gut umgehen könntest. Oder es ermöglicht dir Dinge, die du sonst nicht so gut könntest. Und es kann auch möglich sein, dass diese Bedürfnisse aus einer früheren Zeit deines Lebens kommen und du sie gar nicht mehr brauchst, nur der dafür verantwortliche Teil hat das noch nicht geknissen.

Er tut also, was er für dich tut, selbst wenn er von dir ungeliebt ist, FÜR DICH. Er will, dass es dir gut geht. Er meint es gut mit dir.

Gut gemeint ist aber noch nicht gut gemacht. Das kennt fast jeder auch aus anderen Lebensbereichen. Was dahinter steht ist, dass dieser Teil halt keine anderen Möglichkeiten gelernt hat, zu tun, was wichtig ist (oder war), als die, die dich oder dein Umfeld nerven.

Angenommen, dieser Teil würde lernen, das, wofür er verantwortlich ist, auf eine neue Weise zu tun. Ohne das Symptom zu produzieren. Ohne es verschieben zu müssen. Ohne dich zu nerven. Angenommen er könnte dadurch einen gefestigten Platz im Team der Teile deines Unbewussten bekommen und würde von dir dafür sogar Anerkennung bekommen. Würde er dann dieses Neue genauso selbstverständlich und verlässlich sicherstellen? Würde dann das dich nervende Symptom wie von selbst, ohne krampfhafte Selbstdisziplin und Anstrengung verschwinden?

Die Antwort ist einfach: JA

Wie aber lernt dieser unbewusste Teil dieses Neue?

Spielend einfach … in einer speziellen Form von professioneller Hypnose.

 

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