Spielst du noch eine Rolle für dein Publikum?

Wovon wird dein Handeln bestimmt? Durch deine Ängste? Durch das, was du glaubst, glauben zu müssen? Durch das, wovon du denkst, dass es bei denen, denen du gefallen möchtest, gut ankommt? Durch eigene oder fremde Erwartungen, denen du entsprechen willst?

Wessen Leben lebst du? Das deiner Eltern? Das deines Partners? Das deines Chefs? Das deiner Clique?

Oder lebst du dich selbst? Tust du so, als sei die Welt ausserhalb von dir belanglos und suchst Anerkennung in deiner Selbstverliebtheit? Aus Angst, verletzt zu werden oder ungeliebt zu sein? Sind die anderen Menschen in deinem Leben nur Statisten, die du austauscht, sobald sie dir nichts mehr nützen?

Oder bist du einfach nur DU? BIST du einfach nur? Dir selbst genug, ohne in dir selbst Genüge zu finden? In einer gesunden, respektvollen und wertschätzenden Verbindung zu deinen Wurzeln, zu deinen Freunden, zu den Menschen in deinem Umfeld, die für dich wichtig sind, und bleiben? Bist du stark genug, um dich verletzlich machen zu können?

Heinrich Kleist hat mit seiner Erzählung „Über das Marionettentheater“ eine vielschichtige Metapher über den Einfluss von Selbstbewusstheit auf unbewusst gelebtes Echtsein geschaffen. Darin verliert ein Mensch seine natürliche, ihm innewohnende Anmut und Schönheit in dem Augenblick, in dem er sich ihrer bewusst wird und versucht, sie bewusst hervorzurufen. Durch sein Bemühen geht sie ihm gänzlich verloren.

Ähnlich ist es, wenn wir unser Leben danach ausrichten, Anerkennung und Geliebtsein durch uns selbst oder durch andere zu produzieren. Wir sind dann bestenfalls ein unauthentisches Abziehbild unserer Selbst.

Damit ein Ich spielend leicht und selbstverständlich nur DAS Ich ist, das es ist, ist die Verinnerlichung eines inneren Zustandes förderlich, der durch folgend fünf Dimensionen begreifbar wird:

  • Sein: voll und ganz im Hier und Jetzt leben und sich dabei als Ganzheit spüren.
  • Vergebung: innerer Friede mit sich selbst und mit anderen, insbesondere mit den eigenen Eltern. Durch die daraus resultierende innere Ruhe genießen können, einfach in sich selbst genug zu sein, und dies auch anderen zuzugestehen.
  • Liebe: bedingungslose, erwartungslose Liebe schenken – ohne den Anspruch zu erheben, dass diese angenommen oder erwidert wird. Bedingungsloses Geliebtwerden annehmen und erleben.
  • OK-ness: das tiefe Wissen, auch dann in Ordnung zu sein, wenn man nicht perfekt ist. Den Anspruch an Perfektion seitens anderer oder an sich selbst loslassen, in dem Wissen, dass ein Ausgangspunkt, an dem man ganz in Ordnung ist, ein guter Platz ist, um seine Reise für Weiterentwicklung fortzusetzen. Selbstakzeptanz, die nicht von Leistungen oder Handlungen abhängt. Akzeptanz anderer Persönlichkeiten in deren Eigen-Art. Ich bin OK, du bist OK.
  • Einssein: die Erfahrung der Verbindung und des Aufgefangenseins in der Verbindung zur Natur, zu den Menschen, zu Gott. In dieser Vernetzung die Vervielfachung der Ressourcen für das gesamte Netzwerk durch wohlwollende Interaktion erleben. Geben und Nehmen ohne zu wägen. Erreichen von Graves Level Stufe 8.

Der Weg zur Annäherung an diesen Zustand des „Ich-Seins“ geht über die Harmonisiereung der unterschiedlichen inneren Teile des Unbewussten, so dass sie als einander optimal  ergänzendes Team wohlwollend, wohltuend und nicht mehr hinterfragbar das Bewusstsein der Persönlichkeit steuern. Erreichbar wird dies in einer speziellen Form von Hypnose.

Oft wird jedoch der Fehler gemacht, an sich selbst den Anspruch zu stellen, diese Stufe des „Ich-Seins“ zu erreichen. Das wäre ähnlich, wie der Wille eines Wildwasserfahrers, gegen die Kraft des Wassers sein Ziel durch kraftvolle Paddelschläge zu erreichen. Dieser Zustand kann nur erreicht werden, indem man die Strömungen des eigenen Unbewussten respektieren- und anzuerkennen lernt und diese nutzt. So wie der Wildwasserfahrer sein Paddel verwendet, indem er die Energie der ihn umgebenden Strömung integriert.

 

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